Fazit

Die Home Office-Arbeit bedeutet – früher undenkbar – die Erledigung der Büro-Berufsarbeit im privaten Umfeld.

Leider zeigen sich die sachlichen und rechtlichen Implikationen des besonderen Arbeitsortes erst im Nachhinein. War der Arbeitnehmer des Vertrauens nicht wert, – mehr oder minder unkontrolliert – die Vertrauensarbeitszeit zu Hause abzuwickeln oder hat die Home Office-Tätigkeit IT- und Geheimnisrisiken mit finanziellen Folgen verwirklichen lassen.

Ein HOA-Reglement schafft Transparenz und Rechtssicherheit.

Zwar lassen sich durch HOA-Verträge oder HOA-Reglemente gewisse Rahmenbedingungen abstecken und Streitigkeiten entgegenwirken, absolut ausschliessen lassen sie sich nicht; findige HOA-Arbeitnehmer, denen – wie jedem Arbeitnehmer – eine Portion Vertrauensvorschuss gewährt werden muss, können sich in Ermessenbereichen oder unkontrollierbaren Sphären Freiraum verschaffen, der den Arbeitgeberinteressen widerspricht.

Hilfreich sind Feststellungen und Abreden – in schriftlicher Form – zu folgenden Themen:

  • Arbeitszeiten etc.
    • Höchstarbeitszeit bzw. Vertrauensarbeitszeit
    • Pausen
    • Anzeigepflicht des Arbeitnehmers bei Überstunden und Überzeit
  • Betriebsstörung
    • Meldepflichten des Arbeitnehmers (Treuepflicht / Schriftformabrede)
    • Organisatorische Vorkehren
      • Verlegung der Tätigkeit in die Geschäftsräume des Arbeitgebers
      • Verrichtung anderer, zB computer-unabhängiger Arbeiten
      • Zutritt des Arbeitgebers zu den HOA-Räumlichkeiten
    • Regelung der Massnahmen im Störungsfalle
  • Kostenverteilung
    • Kostenregelung für Arbeitsgeräte und (Büro-)Material
      • Beschaffung bzw. Bereitstellung
      • Unterhaltskosten
      • Erneuerungskosten
    • Auslagen (Spesen)
      • Abrechnungs- und Nachweis-Modalitäten oder
      • Pauschalierung
  • Rückkehrmodalitäten
    • Abhängigmachung der Arbeitsleistung im privaten Umfeld vom Vorliegen
      • bestimmter Voraussetzungen
      • besonderer Umstände
        • Veränderung familiärer Verhältnisse
        • Wohnortwechsel
    • Kurze Frist zur einseitigen Beendung
      • analog Versetzung
      • Bei Rückkehrweigerung Änderungskündigung unter Beachtung der vertraglichen oder gesetzlichen Kündigungsfrist
    • Rückgabepflichten Arbeitsmittel
    • Vernichtung vertraulicher Dokumente
    • Anpassung der Spesenpauschale
  • Kündigung des Arbeitsverhältnisses, v.a. wenn eine Rückkehr in den Betrieb nicht mehr in Frage kommt
    • Es gelten die allgemeinen Regeln des Arbeitsrechts und zur Kündigung von Arbeitsverträgen

Diese Hinweise erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Der Regelungsbedarf orientiert sich immer am individuell konkreten Einzelfall.

Weiterführende Informationen

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